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Isolation schmerzt! Ein Rezept dagegen?

 

Aus Untersuchungen weiß man/frau, dass Isolation schmerzt – wirklich! Ganz-körperlich! Und die Situation jetzt ist für uns als soziale Wesen sowieso extrem schwierig. Jede/r Andere kann eine Gefahr für uns, für unser Leben sein. Und wir können uns nicht an den normalen Anhaltspunkten orientieren: die Menschen sehen nicht gefährlich aus, haben keine Kapuzensweaters an, keine Messer oder Pistolen in der Hand, brechen nicht ein in unsere Häuser … sondern begegnen uns einfach harmlos  beim Spazieren gehen, kommen uns im Lebensmittelgeschäft näher als erwünscht … der Andere ist zur eindeutigen, aber unsichtbaren Bedrohung geworden. Eine Situation, die ein Nährboden für Misstrauen und Paranoia untereinander sein kann und wahrscheinlich auch wird.

Ein weitergeleitetes Gedicht hat mich diese Woche erreicht. Es ist von Mascha Kaléko, aus einer anderen gefährlichen Zeit, und sie denkt darin nach über den Umgang mit einer großen Bedrohung.

Rezept:

Jage die Ängste fort
Und die Angst vor den Ängsten.
Für die paar Jahre
Wird wohl alles noch reichen.
Das Brot im Kasten
Und der Anzug im Schrank.

Sage nicht mein.
Es ist dir alles geliehen.
Lebe auf Zeit und sieh,
Wie wenig du brauchst.
Richte dich ein.
Und halte den Koffer bereit.

Es ist wahr, was sie sagen:
Was kommen muss, kommt.
Geh dem Leid nicht entgegen.
Und ist es da,
Sieh ihm still ins Gesicht.
Es ist vergänglich wie Glück.

Erwarte nichts.
Und hüte besorgt dein Geheimnis.
Auch der Bruder verrät,
geht es um dich oder ihn.
Den eigenen Schatten nimm
Zum Weggefährten.

Fege deine Stube wohl.
Und tausche den Gruß mit dem Nachbarn.
Flicke heiter den Zaun
Und auch die Glocke am Tor.
Die Wunde in dir halte wach
Unter dem Dach im Einstweilen.

Zerreiß deine Pläne. Sei klug
Und halte dich an Wunder.
Sie sind lang schon verzeichnet
Im großen Plan.

Jage die Ängste fort
Und die Angst vor den Ängsten.

Mascha Kaléko

Was ich Ihnen heute wünsche:
Wenn Sie ihre Pläne zerreißen müssen, dann lassen Sie neue wachsen.
Bleiben sie klug und heiter und in der Kompetenz, die sie sich schon erarbeitet haben.

Und wenn die Ängste an ihre Tür klopfen …. Jagen Sie sie weg und warten Sie geduldig darauf, dass die Glocke an ihrem Tor ihnen wieder den ersehnten Besuch ankündigt. Es wird hoffentlich keine Jahre dauern ….

Bleiben Sie wachsam und gesund!

 

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